Grid Spacing

Das Grid spacing dient als Hilfsmittel, um sich besser im Punktrastersystem der dotted Journals zurecht zufinden. Ich stelle dir drei Varianten vor, die dein Journal positiv beeinflussen können!
Navigation

Was ist »grid spacing«?

Der Begriff »grid spacing« bedeutet Rasterabstand. Damit ist das Punktrastersystem der »dotted Journals« gemeint, welches je nach Marke unterschiedlich ausfallen kann. Gezählt werden die Zwischenräume der Punkte. Die meisten Punktraster haben einen Abstand von 5 mm, was bei den A5 Journals ein Raster von 39 Kästchen Länge und 26 bis 28 Kästchen Breite ergibt. Es können immer Unterschiede auftreten, weshalb es wichtig ist sich zunächst mit dem Punktrastersystem des Journals vertraut zu machen.

 

Der »grid spacing«-Guide dient als Hilfsmittel, damit du dich in deinem Punktrastersystem schneller zurechtfindest. So kannst du zum Beispiel die Abstände in deinem Wochenlayout innerhalb weniger Sekunden markieren, ohne vorher dein gesamtes Journal auszumessen.

Must-have oder überflüssig?

Stellt sich jetzt die Frage, ab wann ist denn dieses Hilfsmittel wirklich nützlich?
Prinzipiell ab dann, wenn du wiederholend ein Layout aufzeichnen möchtest. Das kann dein Wochenlayout sein oder deine monatliche Übersicht. Nicht nur sparst du dir dabei Nerven, sondern auch viel Zeit.


Aber auch wenn du regelmäßig neue Layouts ausprobieren möchtest, kann dir das »grid spacing« helfen. In erster Linie geht es schließlich um das Vertrautmachen mit deinem Punktrastersystem.


Erinnerst du dich noch daran, wie oft du den Mittelpunkt deiner Seite gesucht hast? Oder wie oft du mit dem Lineal nachgemessen hast, um eine perfekte Vierteilung zu kreieren? Ein kurzer Blick auf deinen »grid spacing«-Guide reicht aus und erspart dir den Griff zum Lineal.

Das Dilemma um den Mittelpunkt

Vielleicht hast du bei dem letzten Abschnitt auch ein wenig geschmunzelt. Der Mittelpunkt der Seite liegt nämlich selten auf einem Punkt, sondern mitten in einem Kästchen.
Noch einmal zur Erinnerung: Viele Journals haben ein Raster von 39 x 26-28 Kästchen.

 

In der Breite wird mit geraden Abständen gearbeitet. Bei einer ungeraden Anzahl an Kästchen, wie es bei der Länge der Fall ist, exkludiert man das letzte Kästchen und fügt es der Seite hinzu, die optisch näher am Mittelpunkt liegt.
Hierbei hilft häufig ein Blick auf den punktfreien Rand, der entweder gleich groß sein kann oder z. B. durch Seitennummern im unteren Bereich breiter gestaltet ist.

Im Ersteren Fall entscheidet die persönliche Präferenz. Bei unterschiedlich breiten Rändern ist es sinnvoller, das Kästchen der Seite mit dem schmaleren Rand zuzuweisen, um die Seite optisch auszugleichen.

Beispiel: 39 Kästchen Länge mit einem breiteren Rand auf der unteren Hälfte der Seite:

Verteilung von 20 (oben) x 19 (unten) Kästchen.

 

Das soll dir nur als Richtlinie dienen. Letztendlich ist es aber auch egal, zu welcher Seite du das Kästchen zuweisen möchtest, weil es dein Journal ist.

Manche Marken haben sich mittlerweile der Problematik angenommen und extra darauf geachtet, dass es zu diesem Dilemma gar nicht kommt. Hier hat man zum Beispiel eine 38 x 26 Kästchen-Verteilung.

Die Varianten

Deine Punktraster-Anleitung kann in verschiedenen Varianten auftreten.

Ich stelle dir im folgenden die bekanntesten Versionen vor. Entscheide für dich selbst, welche dieser Varianten für dich am Besten geeignet ist.

Ansonsten lasse deiner Kreativität freien Lauf und entwickele eine ganz eigene Version des »grid spacing«!

Grid-Spacing Seite

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine einzelne Seite, die meist am Anfang oder am Ende des Journals genutzt wird, um das Punktraster zu untersuchen. Meines Erachtens handelt es sich wohl um die Urform des »grid spacings«.

 

Hier eine kleine Anleitung:

  1. Suche dir eine geeignete Stelle in deinem Journal heraus.
  2. Nummeriere die Kästchen der Länge und Breite nach durch. Lasse mindestens eine Kästchenbreite Platz, um eine optische Trennung von deiner Nummerierung und deiner Layoutmarkierungen vorzunehmen.
  3. Ermittle deinen Mittelpunkt. Markiere ihn in einer ausgewählten Farbe und verlängere die Markierung bis zum Rand. Du solltest nun eine Vierteilung auf deiner Seite sehen.
  4. Füge Markierungen zu deinen gewohnten Layouts ein. Nutze unterschiedliche Farben und ggf. Kürzel, um sie voneinander zu unterscheiden.

Vor- und Nachteile

+ Die Seite ist fest im Journal verankert.
+ Es gibt viel Platz für verschiedene Layouts.

– Zur Nutzung muss ständig auf die Seite zurückgeblättert werden.
– Das Zählen von Kästchen beim Übertragen des Layouts lässt sich nicht vermeiden.

Das Lineal

Diese Version bietet dir absolute Mobilität mit deinem »grid spacing«-Guide. Es fungiert wie ein übliches Lineal, nur mit individuellen Markierungen.

 

Auch die Herstellung ist relativ einfach:

  1. Schneide einen etwas breiteren Längsabschnitt deines Journals heraus. Die Breite des Streifens kannst du selbst entscheiden, ich empfehle aber mindestens 7 Kästchen. Tipp: Nutze zum Beispiel Verschnitte einer Dutchdoor.
  2. Nummeriere die Längskästchen durch.
  3. Setze Markierungen für deine Seitenhälften. Nutze eine ausgewählte Farbe und vermerke die Markierung mit einem Kürzel. Beispiel: H:B. für Hälfte: Breite.
  4. Füge deine Markierungen für deine Layouts hinzu. Nutze hier unbedingt unterschiedliche Farben und ggf. Kürzel!

Vor- und Nachteile

+ Das Lineal kann vollkommen mobil angewendet werden. (Auch außerhalb des Journals als Linealersatz!)

– Kann leicht verlegt werden, wenn kein fester Lagerungsort festgelegt wurde.

– Geringer Platz für Layouts.

– Funktioniert nur bei dickeren Papier ( ca. 160 gsm), da dünneres Papier schnell einreißt.

Lösungen für die Probleme:

Am besten solltest du einen festen Ort für dein Lineal festlegen. Viele Journaler bereiten eine kleine Tasche auf der vorderen Innenseite des Covers vor. Ich nutze hingegen die Klapptasche am Ende des Journals.


Möchtest du mehrere Layouts auf deinem Lineal unterbringen, kannst du jederzeit die Rückseite nutzen. Achte aber darauf, dass auch dieser Platz begrenzt ist.


Wenn du ein Journal mit dünnen Seiten hast, aber trotzdem die Lineal Variante nutzen möchtest, dann kannst du dein Linealstreifen auch einfach auf Bastelkarton aufkleben oder einlaminieren.

Das Klapp-Lineal

Als Letztes möchte ich dir noch eine Mischform aus den beiden anderen Formen vorstellen: Das Klapp-Lineal.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Art Lineal, die jedoch an der Innenseite deines Journalcovers festgeklebt ist.

Wie stellt man es her?

  1. Schneide dir Abschnitte aus deinem Journal heraus die a) der gesamten Breite und b) der gesamten Länge entspricht. Achte darauf, dass du die Lineale später am Cover festkleben und dafür ca. 1,5 cm bzw. 3 Kästchen Breite zusätzlich einberechnen musst. Knicke die Zusatzbreite für die Lasche um, die du später an deinem Notizbuch festklebst.
  2. Nummeriere deinen Längs- und Breitestreifen durch.
  3. Markiere dir die Längs- und Breitehälften an den jeweiligen Streifen mit einer ausgewählten Farbe.
  4. Füge an den jeweiligen Streifen deine Markierungen für die Layouts hinzu. Denke auch hier an ein Farb- und Kürzelsystem, um die einzelnen Markierungen zu unterscheiden.
  5. Positioniere die Linealstreifen zwischen den Innencover-Seiten (entweder auf der linken oder rechten Seite des Journals). Achte unbedingt auf die Übereinstimmung des Punkterasters zwischen deinen leeren Journalsseiten und dem Lineal!
  6. Klebe die Laschen in der Innenseite deines Covers fest. Tipp: Mit Washi Tape lässt sich der Streifen bei Bedarf schnell wieder lösen und ersetzen.

Vor- und Nachteile

+ Die Linealstreifen sind fest in der Innenseite des Journals festgeklebt und lassen sich nach Bedarf ein- und aufklappen.

– Geringer Platz für verschiedene Layouts.
– Gefahr des Verrutschens beim Übertragen des Layouts.

Fazit

Ein Grid-Spacing Guide ist also dann nützlich, sobald du mehrere Layouts hast und diese schnell und präzise auf deine leeren Journalseiten bringen möchtest. Es gibt verschiedene Varianten dieses Guides, sodass du ganz nach deinen Vorstellungen und Wünschen arbeiten kannst. Die mobilste Version des Grid-Spacing Guides ist das Lineal, welches du flexibel einsetzen kannst. Wenn du lieber eine feste Seite haben möchtest, die dir nur die nötigsten Infos zu deinem Journal gibt, dann ist die Variante mit der festen Seite im Journal deine To-Go Option. Als dritte Variante gilt das Klapp-Lineal, welches am Cover deines Journals befestigt wird und bei Gebrauch ausgeklappt werden kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Autoren-Profilbild

Hej! Ich bin Michelle, deine persönliche Anlaufstelle für Journaling, Häkeln, Sticken und die Probleme, die damit einhergehen. Schnapp dir eine Tasse Tee oder Kaffee und mache es dir gemütlich!

Neueste Beiträge
Schon gelesen?
Nähen & DIY
Armband sticken

Leicht. Filigran. Gestickt. Dieses wunderschöne Armband eignet sich besonders, um eigenen Schmuck zu basteln oder für deine Liebsten ein ganz persönliches Geschenk zu machen.

Weiterlesen »
Sticken
Florales Sticken

Einfach nur Sticken. Schnapp dir Sticktwist in deiner Lieblingsfarbe, einen passenden Stoff und genieße eine Vielzahl an Sticharten.

Weiterlesen »